Was hält eine Gesellschaft zusammen?

Die Corona-Krise schafft viel Klarheit. Was zählt wirklich? Welche Werte und Tätigkeiten sind lebenswichtig für eine Gesellschaft? Waren es früher Werte wie Individualismus und Freiheitsliebe, die es zu schützen galt, steht jetzt das Miteinander, die Solidarität mit den vulnerablen Menschen und der Verzicht des Einzelnen für die Gemeinschaft an vorderster Stelle.

Frauen sind (derzeit) das Rückgrat der Gesellschaft:

Waren Mütter, Krankenschwestern, Kindergartenpädagoginnen, Volkschullehrerinnen, Kassiererinnen, Supermarktangestellte und Reinigungskräfte VOR Corona oftmals eine Selbstverständlichkeit, sind es genau diese Menschen die nunmehr als „Heldinnen des Alltags“ gemeinsam mit vielen anderen systemrelevanten Berufsgruppen in Österreich zu Recht vor den Vorhang geholt werden.

©Adobestock, Partner Bank

Graph without logo

Betrachtet man die Statistiken (Quelle: Bundesagentur für Arbeit) so wird deutlich: 92,9 Prozent der Betreuungsberufe, 76 Prozent der Gesundheitsberufe (ausgenommen Ärztinnen) und 72,9 Prozent im Einzelhandel sind weiblich. Care- und Familienarbeit, also die unbezahlten Aufgaben im Familienhaushalt, werden vorwiegend noch zusätzlich von Frauen gestemmt. Frauen waren historisch betrachtet besonders auch in Krisenzeiten stets das Rückgrat der Gesellschaft.

„It takes a village“ gilt nicht nur in der Kindererziehung, sondern auch jetzt in der Krise. Indem jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten einen Beitrag leistet: Die einen in dem sie zuhause bleiben, die anderen in dem sie jeden Tag ihrer Arbeit weiterhin nachgehen, weil diese lebensnotwendig ist.

Corona macht deutlich, dass gerade nicht-monetäre Werte für den Zusammenhalt einer Gesellschaft unerlässlich sind. Ehrenamtliche Tätigkeiten, zu helfen, wenn niemand hinschaut, all das macht Österreich so stark.

Was hält eine Gesellschaft zusammen? Eine Frage die hoffentlich auch NACH Corona ein Teil unseres Diskurses in Österreich sein wird.

Dr. Sarvenas Enayati
Dr. Sarvenas Enayati

31 März 2020

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Helikopter Geld ein zukunftsfähiger Weg?

Kanzlerin Angela Merkel spricht von der größten Herausforderung nach dem 2. Weltkrieg. Auch unsere Regierung tritt geschlossen auf und appelliert – zu Recht, dass außergewöhnliche Umstände außergewöhnlicher Maßnahmen bedürfen: Konjunkturpakete riesigen Ausmaßes sollen Menschen und Unternehmungen in Branchen, die von Corona besonders betroffen sind zugute kommen und helfen diese globale Gesundheitskrise gemeinsam zu meistern.

So ist diese Tage aber auch das Gedankenexperiment „Helikoptergeld“ des Ökonomen und Nobelpreisträgers Milton Friedman zur Illustration der Grundprinzipien seiner monetären Theorie des Geldes  wieder in aller Munde und wird kontrovers diskutiert. Wenn nichts mehr geht, so solle jeder Bürger von den Zentralbanken direkt Geld bekommen

Die zentrale Frage von Nobelpreisträger Milton Friedman war: Was geschieht, wenn eine Zentralbank das von ihr gedruckte Geld in einen Helikopter laden und über den Bürger einer Gemeinde abwerfend würde. Die Bewohner dies dann hastig einsammeln würden und jeder von ihnen überzeugt wäre, dass es sich um ein einmaliges Ereignis handle, das niemals wiederholt wird?

Ziel ist es aus Sicht von Milton hiermit Wirtschaftswachstum, die Arbeitsplätze und den Konsum zu stabilisieren bzw. wieder anzukurbeln. Allerdings gilt es zu beachten, dass dieses neue geschaffene Geld, dann später nicht einfach wieder dem Geldkreislauf entzogen werden kann. Aber zumindest kann so kurzfristig den Menschen und Unternehmungen in der Krise geholfen werden so das Konzept.

Dieses Konzept bedarf jedoch Verteilungsgerechtigkeit um zielführend zu sein , wird an dieser Stelle noch hinzufügt.  Würde Helikopter Geld eine bleibende Maßnahme werden würde es stark an das von manchen geforderte Konzept des bedingungslosen Grundeinkommen erinnern, Menschen würden Geld bekommen ohne dafür zu arbeiten.

Die Regierung der  Vereinigten Staaten lehnt sich an das Konzept von Nobelpreisträger Milton an und verteilt nunmehr aus ihrem Haushalt Geld direkt an die Bürger.

Das Helikopter Geld führt allerdings auch dazu, dass Wirtschaft nicht neu gedacht wird, sondern ein Konzept angewandt wird wie man eine Wirtschaft die sich durch rasantes Wachstum und (zu) viel Konsum auszeichnet, weiter aufrechterhalten kann. Selbstverständlich muss jetzt kurzfristig alles getan werden um möglichst viele Arbeitsplätze und private Haushalte zu retten, aber es wäre wichtig und  gut nach Corona auch mal kurz Inne zu halten und zu überlegen, können wir Wirtschaft neu denken? Ist eine Wirtschaft in der es für das Sparen keine Zinsen mehr gibt und viele dadurch aufs Sparen vergessen bzw. sich keinen Sinn darin sehen oder es sich auch einfach schlicht nicht leisten können zukunftsweisend?

Mitten in der Pandemie denken viele Menschen in Österreich auch über ihr Erspartes nach. Liegen doch auf Österreichs Sparbüchern über 200 Milliarden Euro. Notgedrungen denken viele nach, weil was tun wenn es keine Zinsen aufs Sparbuch gibt und die Geldmenge in Europa und weltweit derzeit massiv erhöht wird. Die oft titulierte Krisenwährung physisches Gold erfährt momentan eine riesige Nachfrage. Viele sparen jetzt zusätzlich zum Sparbuch auch Gold an – für die Kinder und Enkelkinder. Auch Direktinvestments (Aktien) werden von vielen Menschen immer mehr in Erwägung gezogen. Denn  solange das Wirtschaftsgeschehen nicht neu gedacht wird, bleiben und sind viele börsennotierten Unternehmungen, die Marktführer sind in ihren Branchen und Nischen weiterhin Profiteure im Wirtschaftsgeschehen.

Was die Corona-Pandemie  deutlich macht ist wie vernetzt die Welt ist. Wie sehr wir von einander abhängig sind.  Diesem Umstand könnten wir aber auch mit viel Zuversicht begegnen und uns entscheiden weltweit gemeinsam und geschlossen der Corona Pandemie zu trotzen und auch post Corona uns die Interdependenz der Welt zu Gute machen und nach dem Motto die Zukunft gestalten: „If you want to go fast, go alone. If you want to go far, go together“.

©Adobestock

Dr. Sarvenas Enayati
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29 März 2020

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Christoph Boschan zur Situation an der Börse

Christoph Boschan, Vorstandsvorsitzender der Wiener Börse, spricht über die Situation auf dem Aktienmarkt und welche Auswirkungen das Coronavirus auf die Aktionäre hat. Die Maßnahmen der Regierung hält er für sinnvoll, schlägt aber auch Steuersenkungen für Unternehmen vor, wenn die Krise bewältigt ist.

Hier der Link zum Video©ORF

©ORF

Partner Bank Team
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28 März 2020

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Warum hamstern Menschen Gold

Nicht nur Konsumenten hamstern derzeit, auch Anleger hamstern, und zwar hamstern sie Gold. Die Nachfrage nach Gold im Tresor hat sich in den letzten Tagen verzehnfacht.  

Für den Ansturm auf Gold im Tresor sehen sich die Partner Bank und ihre Vermögensberater gut gerüstet. 

Doch warum wollen sich so viele Menschen einen Goldvorrat anlegen? 

Gold fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden. 
Egal, ob in wirtschaftlichen oder in gesellschaftlichen Krisenzeiten, Gold ist seit über 5000 Jahren ein sicherer Hafen und Wertspeicher für Vermögensveranlagungen. 

Gold war schon immer eine Absicherung gegen extreme und unvorhergesehene Ereignisse. Gold hat alle Krisen überdauert und hat sich bei allen Herausforderungen der Geschichte bewährt. 

Gold wurde dann verstärkt nachgefragt, wenn es zu fundamentalen Erschütterungen im Finanz,- und Wirtschaftssystem gekommen ist: 

  • Gold hat kein Gegenpartei-Risiko, das heißt, es steht kein Schuldversprechen irgendeiner Art dahinter, Gold ist aus sich selbst heraus wertvoll. 
  • Gold ist praktisch unzerstörbar. 
  • Gold ist ein universelles, global anerkanntes Zahlungsmittel. Gold war immer das ultimative Geld, Gold ist die Währung der „letzten Instanz“. 
  • Der Wert des Goldes konnte nie längerfristig manipuliert werden, sondern richtet sich nach seinem inneren Wert. 

In den letzten 20 Jahren wies Gold eine durchschnittliche Wertsteigerung von knapp 10% pro Jahr auf und schloss 15 dieser 20 Jahre positiv ab.  

©Adobestock

Partner Bank Team
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27 März 2020

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Neueste Beiträge​

Gold – das Maß aller Dinge in Krisenzeiten?

Der Blick in einen Tresor der Österreichischen Nationalbank ist beeindruckend: 7.200 Stück Goldbarren – etwa 90 Tonnen, die als Währungsreserven für Krisenzeiten dienen, lagern in schwer gesicherten Räumen der Nationalbank. 280 Tonnen schwer ist der Goldbestand der Österreichischen Nationalbank insgesamt.  Das entspricht in etwa 22.400 Stück Goldbarren.

Blickt man nach Deutschland zur Deutschen Bundesbank, so nennt diese 270.000 Barren ihr Eigen und zählt damit zu den größten Goldeigentümern der Welt.

Zur Vorsorge für Krisenzeiten nutzen zu Recht auch viele Privatanleger physisches Gold. Da wundert es nicht, dass im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus die Nachfrage nach Gold hoch ist.

Gold fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden. Hat es doch alle Krisen – seien es wirtschaftliche oder gesellschaftliche – überdauert und sich bei allen Herausforderungen der Geschichte bewährt. Gold wurde verstärkt nachgefragt, wenn es zu fundamentalen Erschütterungen im Finanz- und Wirtschaftssystem gekommen ist:

Gold fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden. Hat es doch alle Krisen – seien es wirtschaftliche oder gesellschaftliche – überdauert und sich bei allen Herausforderungen der Geschichte bewährt. Gold wurde verstärkt nachgefragt, wenn es zu fundamentalen Erschütterungen im Finanz- und Wirtschaftssystem gekommen ist:

Gold hat kein Gegenpartei-Risiko; das heißt, es steht kein Schuldversprechen irgendeiner Art dahinter; Gold ist aus sich selbst heraus wertvoll.

  • Gold ist praktisch unzerstörbar. 
  • Gold ist ein universelles, global anerkanntes Zahlungsmittel. Gold war immer das ultimative Geld; 
  • Gold ist die Währung der „letzten Instanz“.
  • Der Wert des Goldes konnte nie längerfristig manipuliert werden, sondern richtet sich nach seinem inneren Wert.

Die Partner Bank hat seit vielen Jahren Erfahrung mit Veranlagungen in physischem Gold.

 Die Kunden profitieren hier von einer Investition in physisches Gold höchster Qualität (999.9 Fine Gold). Gold wird ausschließlich von renommierten und zertifizierten Scheide- und Prägeanstalten bezogen, in Hochsicherheitstresoren verwahrt und regelmäßigen externen Überprüfungen unterzogen.  

Mit dem physischen Gold der Partner Bank investieren Anleger einfach und bequem in physisches Gold, das höchsten Sicherheitsstandards entspricht.

In den letzten 20 Jahren wies Gold eine durchschnittliche Wertsteigerung von knapp 10% pro Jahr auf und schloss 15 dieser 20 Jahre positiv ab. Wichtig ist hier jedoch zu beachten, dass Gold in US-Dollar notiert und somit einem Währungsrisiko sowie auch Kursschwankungen unterliegt.

Schon seit Einführung von physischem Gold als ein Element der Vorsorge, war eine unserer Empfehlungen, Gold zu regelmäßig gleichbleibenden Beträgen zu kaufen, unabhängig davon wie der Goldpreis gerade steht, um den Cost-Average Effekt zu nutzen. Unter dem Cost-Average-Effekt versteht man die Tatsache, dass ein Anleger für einen gleich bleibenden Betrag bei fallenden Kursen mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger Anteile kaufen kann.

©Partner Bank

Partner Bank Team
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24 März 2020

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Die Welt nach Corona

Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei” ist

Ein Essay des Zukunftsforschers Matthias Horx www.horx.com

Ich werde derzeit oft gefragt, wann Corona denn „vorbei sein wird”, und alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Meine Antwort: Niemals. Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Wir nennen sie Bifurkationen. Oder Tiefenkrisen. Diese Zeiten sind jetzt.
 
Die Welt as we know it löst sich gerade auf. Aber dahinter fügt sich eine neue Welt zusammen, deren Formung wir zumindest erahnen können. Dafür möchte ich Ihnen eine Übung anbieten, mit der wir in Visionsprozessen bei Unternehmen gute Erfahrungen gemacht haben. Wir nennen sie die RE-Gnose. Im Gegensatz zur PRO-Gnose schauen wir mit dieser Technik nicht »in die Zukunft«. Sondern von der Zukunft aus ZURÜCK ins Heute. Klingt verrückt? Versuchen wir es einmal:

DIE RE-GNOSE: UNSERE WELT IM HERBST 2020

Stellen wir uns eine Situation im Herbst vor, sagen wir im September 2020. Wir sitzen in einem Straßencafe in einer Großstadt. Es ist warm, und auf der Strasse bewegen sich wieder Menschen. Bewegen sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmeckt der Wein, der Cocktail, der Kaffee, wieder wie früher? Wie damals vor Corona? Oder sogar besser? Worüber werden wir uns rückblickend wundern?

Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre fühlten viele von sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen plötzlich zu einem Halt kam. Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeitsräume eröffnen. Das hat schon mancher erlebt, der zum Beispiel Intervallfasten probierte – und dem plötzlich das Essen wieder schmeckte. Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe. Wir haben Menschen kennengelernt, die wir sonst nie kennengelernt hätten. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert, Bindungen verstärkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn, Freunde, sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst.

Die gesellschaftliche Höflichkeit, die wir vorher zunehmend vermissten, stieg an.

Jetzt im Herbst 2020 herrscht bei Fussballspielen eine ganz andere Stimmung als im Frühjahr, als es jede Menge Massen-Wut-Pöbeleien gab. Wir wundern uns, warum das so ist.

Wir werden uns wundern, wie schnell sich plötzlich Kulturtechniken des Digitalen in der Praxis bewährten. Tele- und Videokonferenzen, gegen die sich die meisten Kollegen immer gewehrt hatten (der Business-Flieger war besser) stellten sich als durchaus praktikabel und produktiv heraus. Lehrer lernten eine Menge über Internet-Teaching. Das Homeoffice wurde für Viele zu einer Selbstverständlichkeit – einschließlich des Improvisierens und Zeit-Jonglierens, das damit verbunden ist.Gleichzeitig erlebten scheinbar veraltete Kulturtechniken eine Renaissance. Plötzlich erwischte man nicht nur den Anrufbeantworter, wenn man anrief, sondern real vorhandene Menschen. Das Virus brachte eine neue Kultur des Langtelefonieren ohne Second Screen hervor. Auch die »messages« selbst bekamen plötzlich eine neue Bedeutung. Man kommunizierte wieder wirklich. Man ließ niemanden mehr zappeln. Man hielt niemanden mehr hin. So entstand eine neue Kultur der Erreichbarkeit. Der Verbindlichkeit.

Menschen, die vor lauter Hektik nie zur Ruhe kamen, auch junge Menschen, machten plötzlich ausgiebige Spaziergänge (ein Wort, das vorher eher ein Fremdwort war). Bücher lesen wurde plötzlich zum Kult.Reality Shows wirkten plötzlich grottenpeinlich. Der ganze Trivial-Trash, der unendliche Seelenmüll, der durch alle Kanäle strömte. Nein, er verschwand nicht völlig. Aber er verlor rasend an Wert. Kann sich jemand noch an den Political-Correctness-Streit erinnern? Die unendlich vielen Kulturkriege um … ja um was ging da eigentlich?Krisen wirken vor allem dadurch, dass sie alte Phänomene auflösen, über-flüssig machen…

Zynismus, diese lässige Art, sich die Welt durch Abwertung vom Leibe zu halten, war plötzlich reichlich out.

Die Übertreibungs-Angst-Hysterie in den Medien hielt sich, nach einem kurzen ersten Ausbruch, in Grenzen.Nebenbei erreichte auch die unendliche Flut grausamster Krimi-Serien ihren Tipping Point.

Wir werden uns wundern, dass schließlich doch schon im Sommer Medikamente gefunden wurden, die die Überlebensrate erhöhten. Dadurch wurden die Todesraten gesenkt und Corona wurde zu einem Virus, mit dem wir eben umgehen müssen – ähnlich wie die Grippe und die vielen anderen Krankheiten. Medizinischer Fortschritt half. Aber wir haben auch erfahren: Nicht so sehr die Technik, sondern die Veränderung sozialer Verhaltensformen war das Entscheidende. Dass Menschen trotz radikaler Einschränkungen solidarisch und konstruktiv bleiben konnten, gab den Ausschlag. Die human-soziale Intelligenz hat geholfen. Die vielgepriesene Künstliche Intelligenz, die ja bekanntlich alles lösen kann, hat dagegen in Sachen Corona nur begrenzt gewirkt.

Damit hat sich das Verhältnis zwischen Technologie und Kultur verschoben. Vor der Krise schien Technologie das Allheilmittel, Träger aller Utopien. Kein Mensch – oder nur noch wenige Hartgesottene – glauben heute noch an die große digitale Erlösung. Der große Technik-Hype ist vorbei. Wir richten unsere Aufmerksamkeiten wieder mehr auf die humanen Fragen: Was ist der Mensch? Was sind wir füreinander?

Wir staunen rückwärts, wieviel Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus tatsächlich entstanden ist.

Wir werden uns wundern, wie weit die Ökonomie schrumpfen konnte, ohne dass so etwas wie »Zusammenbruch« tatsächlich passierte, der vorher bei jeder noch so kleinen Steuererhöhung und jedem staatlichen Eingriff beschworen wurde. Obwohl es einen »schwarzen April« gab, einen tiefen Konjunktureinbruch und einen Börseneinbruch von 50 Prozent, obwohl viele Unternehmen pleitegingen, schrumpften oder in etwas völlig anderes mutierten, kam es nie zum Nullpunkt. Als wäre Wirtschaft ein atmendes Wesen, das auch dösen oder schlafen und sogar träumen kann.

Heute im Herbst, gibt es wieder eine Weltwirtschaft. Aber die Globale Just-in-Time-Produktion, mit riesigen verzweigten Wertschöpfungsketten, bei denen Millionen Einzelteile über den Planeten gekarrt werden, hat sich überlebt. Sie wird gerade demontiert und neu konfiguriert. Überall in den Produktionen und Service-Einrichtungen wachsen wieder Zwischenlager, Depots, Reserven. Ortsnahe Produktionen boomen, Netzwerke werden lokalisiert, das Handwerk erlebt eine Renaissance. Das Global-System driftet in Richtung GloKALisierung: Lokalisierung des Globalen.

Wir werden uns wundern, dass sogar die Vermögensverluste durch den Börseneinbruch nicht so schmerzen, wie es sich am Anfang anfühlte. In der neuen Welt spielt Vermögen plötzlich nicht mehr die entscheidende Rolle. Wichtiger sind gute Nachbarn und ein blühender Gemüsegarten.

Könnte es sein, dass das Virus unser Leben in eine Richtung geändert hat, in die es sich sowieso verändern wollte?

RE-Gnose: Gegenwartsbewältigung durch Zukunfts-Sprung

Warum wirkt diese Art der »Von-Vorne-Szenarios« so irritierend anders als eine klassische Prognose? Das hängt mit den spezifischen Eigenschaften unseres Zukunfts-Sinns zusammen. Wenn wir »in die Zukunft« schauen, sehen wir ja meistens nur die Gefahren und Probleme »auf uns zukommen«, die sich zu unüberwindbaren Barrieren türmen. Wie eine Lokomotive aus dem Tunnel, die uns überfährt. Diese Angst-Barriere trennt uns von der Zukunft. Deshalb sind Horror-Zukünfte immer am Einfachsten darzustellen.

Re-Gnosen bilden hingegen eine Erkenntnis-Schleife, in der wir uns selbst, unseren inneren Wandel, in die Zukunftsrechnung einbeziehen. Wir setzen uns innerlich mit der Zukunft in Verbindung, und dadurch entsteht eine Brücke zwischen Heute und Morgen. Es entsteht ein »Future Mind« – Zukunfts-Bewusstheit.

Wenn man das richtig macht, entsteht so etwas wie Zukunfts-Intelligenz. Wir sind in der Lage, nicht nur die äußeren »Events«, sondern auch die inneren Adaptionen, mit denen wir auf eine veränderte Welt reagieren, zu antizipieren.

Das fühlt sich schon ganz anders an als eine Prognose, die in ihrem apodiktischen Charakter immer etwas Totes, Steriles hat. Wir verlassen die Angststarre und geraten wieder in die Lebendigkeit, die zu jeder wahren Zukunft gehört.

Wir alle kennen das Gefühl der geglückten Angstüberwindung. Wenn wir für eine Behandlung zum Zahnarzt gehen, sind wir schon lange vorher besorgt. Wir verlieren auf dem Zahnarztstuhl die Kontrolle und das schmerzt, bevor es überhaupt wehtut. In der Antizipation dieses Gefühls steigern wir uns in Ängste hinein, die uns völlig überwältigen können. Wenn wir dann allerdings die Prozedur überstanden haben, kommt es zum Coping-Gefühl: Die Welt wirkt wieder jung und frisch und wir sind plötzlich voller Tatendrang.

Coping heißt: bewältigen. Neurobiologisch wird dabei das Angst-Adrenalin durch Dopamin ersetzt, eine Art körpereigener Zukunfts-Droge. Während uns Adrenalin zu Flucht oder Kampf anleitet (was auf dem Zahnarztstuhl nicht so richtig produktiv ist, ebenso wenig wie beim Kampf gegen Corona), öffnet Dopamin unsere Hirnsynapsen: Wir sind gespannt auf das Kommende, neugierig, vorausschauend. Wenn wir einen gesunden Dopamin-Spiegel haben, schmieden wir Pläne, haben Visionen, die uns in die vorausschauende Handlung bringen.

Erstaunlicherweise machen viele in der Corona-Krise genau diese Erfahrung. Aus einem massiven Kontrollverlust wird plötzlich ein regelrechter Rausch des Positiven. Nach einer Zeit der Fassungslosigkeit und Angst entsteht eine innere Kraft. Die Welt »endet«, aber in der Erfahrung, dass wir immer noch da sind, entsteht eine Art Neu-Sein im Inneren.

Mitten im Shut-Down der Zivilisation laufen wir durch Wälder oder Parks, oder über fast leere Plätze. Aber das ist keine Apokalypse, sondern ein Neuanfang.

So erweist sich: Wandel beginnt als verändertes Muster von Erwartungen, von Wahr-Nehmungen und Welt-Verbindungen. Dabei ist es manchmal gerade der Bruch mit den Routinen, dem Gewohnten, der unseren Zukunfts-Sinn wieder freisetzt. Die Vorstellung und Gewissheit, dass alles ganz anders sein könnte – auch im Besseren.

Vielleicht werden wir uns sogar wundern, dass Trump im November abgewählt wird. Die AFD zeigt ernsthafte Zerfransens-Erscheinungen, weil eine bösartige, spaltende Politik nicht zu einer Corona-Welt passt. In der Corona-Krise wurde deutlich, dass diejenigen, die Menschen gegeneinander aufhetzen wollen, zu echten Zukunftsfragen nichts beizutragen haben. Wenn es ernst wird, wird das Destruktive deutlich, das im Populismus wohnt.

Politik in ihrem Ur-Sinne als Formung gesellschaftlicher Verantwortlichkeiten bekam in dieser Krise eine neue Glaubwürdigkeit, eine neue Legitimität. Gerade weil sie »autoritär« handeln musste, schuf Politik Vertrauen ins Gesellschaftliche. Auch die Wissenschaft hat in der Bewährungskrise eine erstaunliche Renaissance erlebt. Virologen und Epidemiologen wurden zu Medienstars, aber auch »futuristische« Philosophen, Soziologen, Psychologen, Anthropologen, die vorher eher am Rande der polarisierten Debatten standen, bekamen wieder Stimme und Gewicht.

Fake News hingegen verloren rapide an Marktwert. Auch Verschwörungstheorien wirkten plötzlich wie Ladenhüter, obwohl sie wie saures Bier angeboten wurden.

Ein Virus als Evolutionsbeschleuniger

Tiefe Krisen weisen obendrein auf ein weiteres Grundprinzip des Wandels hin: Die Trend-Gegentrend-Synthese.

Die neue Welt nach Corona – oder besser mit Corona – entsteht aus der Disruption des Megatrends Konnektivität. Politisch-ökonomisch wird dieses Phänomen auch »Globalisierung« genannt. Die Unterbrechung der Konnektivität – durch Grenzschließungen, Separationen, Abschottungen, Quarantänen – führt aber nicht zu einem Abschaffen der Verbindungen. Sondern zu einer Neuorganisation der Konnektome, die unsere Welt zusammenhalten und in die Zukunft tragen. Es kommt zu einem Phasensprung der sozio-ökonomischen Systeme.

Die kommende Welt wird Distanz wieder schätzen – und gerade dadurch Verbundenheit qualitativer gestalten. Autonomie und Abhängigkeit, Öffnung und Schließung, werden neu ausbalanciert. Dadurch kann die Welt komplexer, zugleich aber auch stabiler werden. Diese Umformung ist weitgehend ein blinder evolutionärer Prozess – weil das eine scheitert, setzt sich das Neue, überlebensfähig, durch. Das macht einen zunächst schwindelig, aber dann erweist es seinen inneren Sinn: Zukunftsfähig ist das, was die Paradoxien auf einer neuen Ebene verbindet.

Dieser Prozess der Komplexierung – nicht zu verwechseln mit Komplizierung – kann aber auch von Menschen bewusst gestaltet werden. Diejenigen, die das können, die die Sprache der kommenden Komplexität sprechen, werden die Führer von Morgen sein. Die werdenden Hoffnungsträger. Die kommenden Gretas.

„Wir werden durch Corona unsere gesamte Einstellung gegenüber dem Leben anpassen – im Sinne unserer Existenz als Lebewesen inmitten anderer Lebensformen.”

Slavo Zizek im Höhepunkt der Coronakrise Mitte März

Jede Tiefenkrise hinterlässt eine Story, ein Narrativ, das weit in die Zukunft weist. Eine der stärksten Visionen, die das Coronavirus hinterlässt, sind die musizierenden Italiener auf den Balkonen. Die zweite Vision senden uns die Satellitenbilder, die plötzlich die Industriegebiete Chinas und Italiens frei von Smog zeigen. 2020 wird der CO&sub2;-Ausstoss der Menschheit zum ersten Mal fallen. Diese Tatsache wird etwas mit uns machen.

Wenn das Virus so etwas kann – können wir das womöglich auch? Vielleicht war der Virus nur ein Sendbote aus der Zukunft. Seine drastische Botschaft lautet: Die menschliche Zivilisation ist zu dicht, zu schnell, zu überhitzt geworden. Sie rast zu sehr in eine bestimmte Richtung, in der es keine Zukunft gibt.

Aber sie kann sich neu erfinden.
System reset.
Cool down!
Musik auf den Balkonen!

So geht Zukunft.

©Horx

Partner Bank Team
Partner Bank Team

22 März 2020

Partner Bank Blog

Es freut uns sehr Sie auf diesem Blog begrüßen zu dürfen! Zu Unrecht – wie wir finden – wird die Finanzbranche und Finanzwissen oft als „trocken“ angesehen. Mit diesem Blog möchten wir vielfältige Perspektiven rund um die Themen Geld, Sparen, Vorsorge und gesellschaftliche Entwicklungen teilen. Sie wollen auch mehr über die Partner Bank wissen? Dann sind sie hier genau richtig.

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Frauenpower in der Partnerbank – 365 Tage im Jahr

Nicht nur am Weltfrauentag findet man bei der Partnerbank gelebte Frauenpower: Sei es im Risikomanagement, im Wertpapiersettlement, in der Buchhaltung, im Compliance, im Talent Management oder im Business Development. Auch beim Banknachwuchs, bei unseren Auszubildenden bzw. Lehrlingen, sind Frauen stark vertreten. Nicht zuletzt sind auch drei Prokuristinnen und zwei Frauen im Dreier-Vorstand der Partner Bank mit viel Freude im Einsatz.  An dieser Stelle darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass die Geschicke der Partner Bank ebenso von vielen engagierten Männern hervorragend gestaltet wird. Um unsere Kunden und Partner aus den Nachbarländern Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Slowenien in ihrer Muttersprache betreuen und unterstützen zu können sind viele unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mehrsprachig.

Es ist wichtig, mit dem Weltfrauentag das Bewusstsein für die Gleichberechtigung in Erinnerung zu rufen. Aber auch, um an diesem Tag speziell Frauen vor den Vorhang zu holen und aufmerksam zu machen, dass wahrer Fortschritt in einer Gesellschaft nur möglich ist, wenn Mann und Frau sich mit ihrem vollen Potenzial – Seite an Seite – einbringen dürfen und können. 

P.S. An dieser Stelle noch ein Filmtipp: Die Berufung – der Kampf für Gerechtigkeit

Dieser Film handelt von Ruth Bader Ginsburg und ihrem Aufstieg als Richterin im obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten (sie ist mit ihren 87 Jahren noch immer im Supreme Court als beisitzende Richterin tätig) und all den Diskriminierungen, die sie dabei überwinden musste. Ruth Bader Ginsburg beginnt als eine von neun Frauen ihr Studium an der juristischen Fakultät der Universität Harvard und muss sich anschließend in einem von Männern dominierten Umfeld behaupten. Sehenswert!

©Partner Bank

Dr. Sarvenas Enayati
Dr. Sarvenas Enayati

9 März 2020

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